018 Tim - Mein erster fremder Schwanz
Es war mein erster Abend hier. Ich stand unmittelbar vor dem kleinen Waldstück. Ich wusste, was man sich erzählte. Dass Männer hierher kamen. Nicht, um sich zu verirren. Nicht, um zu wandern. Sondern um sich zu finden. Ich hatte lange gezögert, aber heute war etwas anders. Vielleicht war es der goldene Schein der Dämmerung. Vielleicht das Zittern in meinen Fingern. Vielleicht der Wunsch, nicht nur zu träumen.
Ich trat zwischen die Bäume. Das Laub dämpfte meine Schritte. Der Boden war feucht, aber nicht schlammig. Schon nach wenigen Minuten erkannte ich, dass ich nicht allein war. Keine zehn Meter entfernt stand ein Mann an einem Baum gelehnt. Er rauchte nicht, telefonierte nicht – er wartete. Sein Blick traf mich im Halbdunkel. Wach. Ruhig. Prüfend.
Ich blieb stehen. Tat nichts. Sagte nichts. Dann kam ein zweiter hinzu. Jünger. Bartstoppeln, Kapuzenpullover, sportliche Haltung. Auch er sagte nichts. Wir waren jetzt zu dritt. Und in dieser Stille war jedes Geräusch lauter – mein Atmen, das Knacken eines Zweigs, das leise Schaben meiner Finger am Reißverschluss meiner Jacke.
Der erste trat näher. Kein Lächeln, kein Zögern. Nur ein kurzer Blick, der sagte: Wenn du willst. Ich nickte kaum sichtbar. Meine Hand hob sich wie von selbst. Ich wusste nicht, wie sie sich anfühlen würde – diese erste Berührung eines fremden Mannes. Ich hatte Fantasien gehabt, aber nie den Mut, sie auszuleben. Jetzt war sie da – diese Gelegenheit, diese Zustimmung, diese Nähe.
Als meine Finger den Stoff seiner Hose berührten, hielt ich den Atem an. Fest. Warm. Schwer. Er bewegte sich nicht. Doch in seinem Blick lag etwas, das mich atmen ließ. Vertrauen. Geduld. Lust. Langsam öffnete ich den Reißverschluss. Der Stoff gab nach, und meine Hand glitt hinein. Es war der erste fremde Schwanz, den ich je in der Hand hatte. Nicht als Vorstellung. Nicht als Schatten im Kopf. Sondern echt. Warm. Pulsierend. Seine Haut lag weich in meiner Handfläche, sein Schaft füllte meine Finger. Ich umfasste ihn vorsichtig, ließ ihn langsam durch meine Hand gleiten. Der Mann schloss die Augen. Sein Atem wurde tiefer.
Dann spürte ich eine zweite Hand an meiner Schulter. Ich drehte den Kopf leicht und sah den Jüngeren. Sein Blick fragte nicht – aber er wartete. Ich nickte wieder, diesmal deutlicher. Ich ließ den ersten los, trat einen Schritt zurück – nur, um dann zwischen beide zu gehen. Zwei Männer. Zwei Körper. Zwei Schwänze in meinen Händen. Meine Finger arbeiteten langsam, achtsam. Ich spürte Unterschiede – in der Härte, der Wärme, der Form. Der eine dicker, schwerer. Der andere länger, fester. Ich war aufgeregt, doch nicht nervös. Es war ein Rausch aus Haut, Spannung und Neugier. Ich beobachtete ihre Gesichter, ihre Münder, ihre leichten Bewegungen. Ihre Reaktionen. Ein Stöhnen. Ein leises Seufzen.
Die Dunkelheit um uns wurde tiefer. Der Wald schloss sich, als wollte er uns schützen. Einer der Männer stützte sich gegen einen Baum, ließ den Kopf nach hinten sinken. Der andere trat etwas näher an mich heran, seine Hüfte bewegte sich im Takt meiner Hand. Ich hatte das Gefühl, etwas Richtiges zu tun – nicht nur technisch, sondern menschlich. Ich gab, und sie nahmen dankbar an.
Ich sah zu, wie sich ihre Lust aufbaute. Wie sie sich öffneten. Wie sie sich mir überließen. Der erste kam. Still, aber heftig. Sein Körper zuckte, seine Hand krallte sich in die Rinde des Baumes. Ich spürte es in meiner Hand – das heiße, plötzliche Strömen. Ich wich nicht zurück. Ich ließ ihn kommen, ließ es geschehen, ließ es enden. Er trat zurück, schloss die Hose, atmete schwer. Ein Blick. Ein ehrliches, warmes Nicken.
Der zweite war noch da. Härter denn je. Ich konzentrierte mich ganz auf ihn. Meine Hand wurde schneller, fordernder. Seine Lippen bebten. Er stöhnte leise, aber voller Spannung. Ich trat näher, spürte seinen Bauch gegen meinen Arm. Ich war nah genug, um seine Wärme zu fühlen – und seinen Höhepunkt. Er kam mit einem leisen, unterdrückten Laut. Sein Körper vibrierte, sein Atem stockte, dann entlud sich alles – wild, warm, intensiv. Ich hielt ihn, bis der letzte Druck nachließ, bis er ruhig wurde. Erst dann ließ ich los. Er zog sich an, wie der erste. Wieder ein Blick. Kein Dank, keine Worte – aber auch kein Schweigen. Eher ein stilles Verstehen.
Wir standen einen Moment da. Drei Männer. Unbekannt. Verbunden. Ich fühlte mich nicht schmutzig. Nicht falsch. Ich fühlte mich gesehen. Und ich fühlte: Ich war nicht mehr der, der ich vorher war. Als ich zurück zum Auto ging, roch ich noch die Mischung aus Herbst, Erde und Haut an meinen Fingern. Ich setzte mich hin, ließ die Tür offen, atmete durch. In der Ferne fuhr ein LKW vorbei. Ganz normal. Ganz alltäglich. Aber in mir war etwas geschehen.