Der Badesee...fast erreicht

Die Sonne wirft flackerndes Licht durch die dichten Kronen der Bäume. Im Schatten ist es fast kühl. Ich freue mich auf den warmen Sand am Badestrand des kleinen Sees. Und kalt ist es mir nicht, denn der Chat mit dem Fremden wärmt noch nach. Habe ich mich treibenlassen?

Ja.

Schonungslos und dominant seine Worte und Wünsche. Ich bin darauf so krass angesprungen, dass es mich selbst erschreckt hat. Aber das liegt nun hinter mir.

Dass ich noch zum See möchte, habe ich ihm geschrieben und er wollte wissen, was ich anziehe. Den kurzen Rock, das Top, darunter meinen knappen roten Bikini. Das Geräusch meiner Flipflops auf dem Boden des einsamen Wegs. Ich hätte ihm besser nicht schreiben sollen, wo genau ich immer langgehe, denke ich. Das hat ihn angeregt. Das verlassene Naturschutzgebiet. Was man da alles machen könnte, ohne dass es jemand hört, hat er geschrieben. Ich Idiotin habe ihm geschrieben, wie scharf mich der Gedanke macht. Hat er auch in dem Moment. Aber nun?

War da ein Rascheln im Gebüsch? Ich bleibe stehen, fühle mich beobachtet. Schon höre ich Lachen und Stimmen und Planschen vom See. Es ist gar nicht mehr weit. Warum gehe ich nun vom Weg? Warum gehe ich exakt bei der Bank zwischen den Büschen und Ästen durch in das Unterholz? Warum verlasse ich den sicheren Pfad? Weil er geschrieben hat, ich soll es so machen. Genau dort.

Die Luft riecht feucht hier und nach Moos. Wenn er mich gleich plötzlich und unerwartet packen wird, wird er mich knien lassen im sanft schmatzenden regenfeuchten Waldboden. Auf allen Vieren und ich werde ihm willig sein und mich doch auch wehren, denn die Überraschung, dass es wirklich und real passieren wird, ist so groß. Aber er ist stark und ich dann doch viel zu bereit. Und dass es mir keine Freude bereitet, bereitet mir Lust.

Und ich werde zurückbleiben. Nackt. Meine Kleider werden dreckig sein, eingetreten in den Morast. Und ich werde weinen vor Glück.
Published by LinaKitten
2 days ago
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